Jeder der einen Segelschein oder das Schiff-Führerpatent gemacht hat, weiß ein Lied davon zu singen: Die lieben Knoten! Vor der Prüfung büffeln wir an die 20 verschiedenen Knoten - und wehe - man kann einen nicht! Die tägliche Praxis sieht dann aber ganz anders aus. Wenn man sich 2-3 merkt und auch wirklich immer verwendet, gehört man schon zum guten Durchschnitt!
Seemannsknoten sind aber eine feine Sache. Sie haben den Vorteil, daß sie auf Zug bombenfest halten jedoch jederzeit - auch im nassen Zustand - leicht zu lösen sind.

Kein Vergleich zu "Alltags-Knoten" die entweder nicht verläßlich halten oder - wenn sie einmal fest gezogen sind nie mehr aufgehen. Daher lohnt es sich - auch wenn man nur "Sonntagsfahrer" mit einem kleinen Boot ist - die wichtigsten Knoten zu beherrschen. Perfekte Boots-Sportler beherrschen die Knoten sogar ohne hinzusehen.... Zum Üben verwendet man am besten eine ca. 2 m lange - 10 mm starke Leine.

 

Der Palstek ist ein Knoten mit feststehendem Auge und hoher Bruchlast.

Der Palstek ist ein praktischer Knoten, mit dem man eine zuverlässige Schlaufe knoten kann, die sich nicht zuzieht. Auch nach starker Belastung lässt er sich leicht wieder öffnen. Für jeden, der ihn kennt, ist der Palstek ein guter, überall verwendbarer Alltagsknoten.
Palstek leitet sich von "Pfahl-Knoten" ab. Mit den Festmacherleinen von Schiffen wird ein Palstek um einen Pfahl oder Poller gesteckt, oder über sie gelegt oder geworfen. Ein Palstek öffnet sich belastet oder unbelastet nicht von selbst und sein Auge zieht sich auch unter hoher Beanspruchung nicht zusammen. Auch nach langer und starker Belastung lässt sich der Palstek ohne Hilfsmittel leicht wieder öffnen.

Doppelter Palstek

Der Achterknoten ist ein Verdickungsknoten.

Dieser Knoten dient zur Vergrößerung des Durchmessers eines Seils meistens am Seilende, zum Beispiel um das Seil vor dem Ausrauschen (durchschlüpfen) durch eine Öse zu hindern.

Der Schotstek

ist ein Knoten zum Verbinden zweier Seile, auch von Seilen etwas unterschiedlicher Stärke oder verschiedener Steifheit.

Doppelter Schotstek

Der Klampschlag

oder Klampenschlag dient zum Festmachen einer Leine auf einer Klampe. Er sichert die belegte Leine gegen unbeabsichtigtes Lösen.

Der Weberknoten, Kreuzknoten

besteht aus zwei einander durchdringenden Schlaufen.
Von dem Verbinden zweier Seile mit dem Weberknoten sollte man abraten, auch wenn häufig das Verbinden gleichstarker Seile als Hauptanwendungszweck für den Weberknoten genannt wird. Der Weberknoten kann dabei leicht überkippen. Zur Verbindung von Seilen sollte besser der Schotstek oder der doppelte Achtknoten verwendet werden.
Der Weberknoten kann gebunden werden, indem man zwei Überhandknoten übereinander setzt. Dabei ist zu beachten, dass die beiden Überhandknoten verschiedene Orientierung haben - also rechts über links und dann links über rechts (oder beide umgekehrt). Ansonsten entsteht ein Hausfrauenknoten, der unzuverlässiger ist. Beim Weberknoten liegen die Enden parallel und der Knoten ist flach während beim zu vermeidenden Hausfrauenknoten die Enden schräg heraus kommen.

Der Roringstek oder Ankerstek

Als "Roring" wird jener Ring bezeichnet, der am Schaft eines Ankers zu finden ist und auf dem die Ankertrosse befestigt wird. Mit dem Roringstek kan man einen Ring , eine Spier oder auch das Auge eines Palsteks belegen. Er ist schon etwas komplizierter als ein Webleinstek. Dafür ist er jedoch sicherer und wird dann benutzt, wenn etwas dauerhaft an einer Leine hängen soll. Meist wird dann die lose Part noch zusätzlich gebändselt. Ein weiterer halber Schlag macht den Knoten in jedem Falle haltbarer. Ein großer Vorteil dieses Steks ist, daß er sich auch im nassen Zustand noch leicht von einem Fender oder Anker lösen läßt.

Der Webeleinstek

(auch Webleinstek) ist ein Knoten zur Befestigung einer Leine an einem Gegenstand. Z.B. zum Befestigen der Fender an der Reling.
Der Webleinstek ist neben dem Palstek ein weiterer wichtiger Universalknoten in der Seemannschaft. Dieser Stek ist jedoch leichter zu erlernen. Bei der Bordarbeit gibt es sehr viele Gelegenheiten ihn anzuwenden. Unter Belastung zieht sich der Webleinstek sehr fest. Wird er danach wieder entlastet, kann er sich mit der Zeit losrütteln. Nutzt man ihn zum Sichern von beweglichem Gut, sollte man ihn deshalb noch mit einen halben Schlag abschließen.

Die Zunft der Weber gab diesem Stek den Namen.

Halber Schlag

Slipstek

Dies ist die einfachste Form eines Slips. Eigentlich ist es ein halber Schlag. Der Tampen wurde jedoch als Schleife durch das Auge geführt. Es ist deutlich zu ersehen, daß sich der Knoten bei Zug selbst bekneift.

Der Stopperstek

ist ein Klemmknoten, mit dem eine dünnere Leine mit einem dickeren Seil, einer Trosse oder einer Kette verbunden wird. Er kann auch verwendet werden, wenn das Seil unter Spannung steht. Er zieht sich unter Belastung zu und lockert sich bei Entlastung wieder und kann so verschoben werden.

Mit dem Stopperstek kann eine Hilfsleine an ein unter Spannung stehendes Seil geknotet werden, um dieses mit einer Winsch oder einem Flaschenzug zu entlasten. Beispielsweise wenn eine Schot durch die Windkraft im Segel gespannt wird, und sich auf der Winsch verklemmt (einen "Überläufer" bildet). Oder wenn bei einem Fall die Seilklemme blockierte ist).

Auf Schiffen, die nicht mit Winschen ausgerüstet sind, ist eine solche Arbeitstalje manchmal nötig, um ein Segel korrekt zu trimmen.

Weil der Stopperstek leicht verschiebbar ist, kann damit mit einer Hilfsleine eine Last mit einer Winsch oder einem Flaschenzug Meter um Meter hergeholt werden, beispielsweise ein schweres an einem Seil hängendes Gewicht, oder eine schwere oder "ausgerauschte" Ankerkette. Bei einer Seilbrücke kann das Tragseil damit gespannt werden, bevor es an der zweiten Verankerung festgebunden wird.

Damit kann auch ein Schiff geschleppt werden. Der Schlepper übergibt dazu eine Schlepptrosse. Und das Schiff, das geschleppt werden will, bindet eine eigene Leine mit dem Stopperstek an die Schlepptrosse. Siehe Schleppen.